Diese Fashion Week ist alles anders. Zumindest in Berlin. Was sich geändert hat, wie ich das sehe und welche Catwalk-Darbietung heute, am dritten Tag der Fashion Week Berlin für mich die beste Show war, lest ihr nach dem Sprung.

Januar 2015. Es liegt weder Schnee noch regnet es in Strömen, das Zelt ist diesmal wieder am Brandenburger Tor – alles könnte so schön sein. Und trotzdem mag nicht so richtig Stimmung aufkommen. Von vielen wird die Fashion Week totgesagt, die Laune im Fashion Week-Zelt ist mäßig.

Ich habe mich dank Erkältung und aus Bequemlichkeit in mehrere Lagen Strick gehüllt, flache Boots angezogen und eine Fake-Fur-Mütze aufgesetzt (und doch bekommt ihr dieses Outfit morgen noch auf purpleglory zu sehen – versprochen!). An sich nichts aufregendes, trotzdem höre ich ein paar Kameras klacken. Die Fotografen stürzen sich außerdem auf einige Z-Promis und die zwei bis drei Blogger, die wirklich kreative und schöne Looks tragen. Bei Herlitz kann man individuelle Notizbücher kreieren, bei Essie und Manhattan die Nägel lackieren lassen. Schöne Beauty-Labels, aber eben nicht die Luxus-Marken – wir sind schließlich nicht (in) Paris.

Die Bread & Butter, die auf mich immer wie eine Messe der Superlative mit vermeintlich gigantischen Einnahmen wirkte, ist pleite und lädt diese Fashion Week zur B & B Back to the Street mit 40 Labels. Michael Michalsky hat die Stylenite 2015 der Ebola-Hilfe zuliebe abgesagt, MarcCain ist das bekannteste präsentierende Label. Auf dem Laufsteg sah man bis heute nur vereinzelt wirklich herausragende Kreationen wie etwa bei Rebekka Ruétz (hier geht’s zum Schauen-Post), außerdem viel buntes Fell, buntes Pepita, asymmetrische Schnitte und Ethno-Einflüsse. Und dann kam Esther Perbandt.

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Die Reaktionen auf die HW 2015-Kollektion der Designerin bewegen sich zwischen jubelnder Anerkennung und „Die beste Kollektion, die ich seit Jahren auf einem Laufsteg gesehen habe!“ Würde man Frau oder Mann so gekleidet auf Berlins Straßen begegnen, lautete der erste Gedanke: Typisch Hauptstadt, aber so stilvoll!

Die Cuts wirken unangestrengt, die Details sind sparsam aber gekonnt eingesetzt und die Farben sind das Beste überhaupt. Schwarz, Schwarz und nochmal Schwarz, dazu Senf- und Sonnengelb. Esther Perbandt spielt mit den Kontrasten: Eng zu Weit, angezogen zu transparent. Sie zeigt Männer und Frauenmode. Mit Männermode beschäftigen sich andere Blogs, für die Frauen sind es ärmellose Capes über durchscheinenden Pullis genauso wie Kleider, Parkas, maskuline Overalls und immer wieder Kleidung mit Workwear-Elementen. Eine überragende Kollektion, die zu Recht den Titel I believe in miracles trägt.

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Alle Fotos: purpleglory

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Written by purpleglory
purpleglory ist ein Style Advice Blog für Frauen mit News, Styling-Tipps, eigenen Outfits und persönlichen Posts rund um aktuelle Fashion-Themen. purpleglory inspiriert und bietet Ideen für den Alltag, die schön machen und vor allem Spaß machen. Seit 2012 ergänzt die eigene Schmucklinie @purplegloryjewelry mit handgefertigten Unikaten den Blog. Hinter purpleglory steckt Bloggerin Katrin, die diesen Blog vor über sechs Jahren aus ihrer Leidenschaft für die Mode und das Schreiben heraus ins Leben gerufen hat und regelmäßig vor kreativen Ideen übersprudelt.